Buchreview: Magic Cleaning von Marie Kondo

Ich habe bereits zwei Artikel zur KonMarie Methode veröffentlicht. In dem einen Artikel geht es um die KonMarie-Methode als solche und in dem anderen geht es darum wie du die Methode mit etwas mehr Nachhaltigkeit betreiben kannst. Heute möchte ich mir mal die Zeit nehmen und über das dazugehörige Buch Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert von Marie Kondo schreiben.

Wie ich auf das Buch gekommen bin

Vor einigen Monaten hat Marie Kondo mit Ihrer Serie auf Netflix geradezu einen Aufräum- und Wegwerfwahn ins Leben gerufen. Die Serie als solche taugte nicht wirklich viel. Man hat relativ schnell verstanden wie die Methode funktioniert und muss sich wirklich nicht alle Folgen anschauen. Da ich natürlich wie alle Anderen tiefer in die Materie einsteigen wollte, habe ich mir voller Enthusiasmus auch Ihr Buch Magic Cleaning gekauft und sogar vollständig gelesen. Wer träumt nicht von einem immer aufgeräumten Zuhause, ohne viel aufzuräumen 😉

Um was geht es in „Magic Cleaning“

Gibt es wirklich jemand der nicht weiß wer Marie Kondo ist und wie ihre KonMarie-Methode funktioniert?
In dem Buch Magic Cleaning geht es natürlich genau um diese KonMarie-Methode. Die Methode wird recht ausführlich und mit vielen Beispielen anschaulich erklärt. Ziel dabei ist den eigenen Haushalt aufzuräumen und zu entrümpeln, sodass man nur noch Dinge besitzt die „Joy sparkeln“.
Bei der KonMari-Methode von Marie Kondo sollte man die folgenden Kategorien in genau der aufgeführten Reihenfolge abarbeiten.

  • Kleidung
  • Bücher
  • Papierkram
  • Kleinkram
  • Sentimentales

Zu jeder dieser Kategorien gibt es ein Kapitel und hilfreiche Tipps wie man am besten Herr der Lage wird.

Meine Key Takeaways

Die Methode als solche ist wirklich einfach umzusetzen. Man nimmt jedes Ding das man besitzt einmal in die Hand und entscheidet ob es weggeworfen werden kann oder nicht. Falls man es nicht wegwerfen möchte, gibt man diesem Ding einen festen Platz, ein zuhause. Man sollte wirklich nur Dinge behalten die einen Glücklich machen, alles andere muss weg. Macht total viel Sinn und dadurch dass man jedes Ding, dass man besitzt bewusst in die Hand nimmt, wird einem erst so richtig klar wieviel man besitzt und wie wenig man eigentlich wirklich braucht.
Ein toller „Trick“ ist, dass man erstmal alles aus einer Kategorie auf einen Haufen legt. Dabei wird einem sehr schnell bewusst, dass man wirklich zu viel besitzt. Erst wenn man jedes Teil aus diesem Haufen angefasst und bewertet hat, ob es bleiben darf oder nicht, gibt man den Dingen ein angemessenes Zuhause. Dabei clustert man alle Dinge in Gruppen und bewahrt diese dann an einem Ort auf z.B. bewahrt man alle Kerzen an einem Ort auf, anstatt die Weihnachtskerzen bei der Weihnachtsdeko, die Teelichter in der Schublade in der Küche und die schönen Kerzen in der Kommode im Wohnzimmer. Alle Kerzen gehören an einen Ort, damit man den Überblick behält.
Bei Dingen die den Haushalt verlassen sollen, bedankt man sich für seine Dienste. Mir fällt es tatsächlich leichter mich dann von Dingen zu trennen, wenn ich mich bei Ihnen bedankt habe und wenn ich weiß dass sie nicht nur einfach auf der Müllkippe landen. Lese hier meine Tipps was du mit all dem Kram, den du loswerden möchtest sinnvolles machen kannst, außer einfach nur auf den Müll damit.

Ein Satz hat mich besonders beschäftigt „Wir können uns jetzt, irgendwann einmal oder nie, bis zu unserem Tod nicht, damit befassen“
Damit hat die gute Marie leider mehr als recht. Wir häufen in unserem Leben soviel materielle Dinge an, viele dieser Dinge machen uns nichtmal glücklich und nehmen uns nach und nach die Luft zum atmen. Sollten wir nicht lieber jetzt einmal die Mühe auf uns nehmen und unseren Besitz radikal minimieren? Das ist nicht immer einfach und leicht.
Sterben müssen wir alle irgendwann, unsere Besitztümer können wir nicht mitnehmen… macht es nicht total Sinn schon vorher seinen Besitz zu minimieren, sodass die Hinterbliebenen nicht vor einem riesigen Haufen Dinge stehen und im Zweifelsfall alles wegwerfen, weil der Aufwand die schönen, bedeutsamen Dinge zu finden viel zu groß ist? Mich hat das jedenfalls zum nachdenken gebracht. Jeder Mensch sollte Versuchen bewusster zu Konsumieren und ein wenig minimalistischer zu Leben. Dazu kann ich euch das Buch Minimalism: Live a Meaningful Life wirklich sehr empfehlen. Hier geht’s zum Review.

„Keep only those things that speak to your heart“

Marie Kondo

Während dem kompletten Buch Magic Cleaning ist mir immerwieder aufgefallen, das die Kultur in der Marie Kondo großgeworden ist, nicht vergleichbar ist mit dem wie ich erzogen wurde. Das klassische Bild der Hausfrau begegnet mir immerwieder und ist immer noch sehr fest in der japanischen Kultur verankert. Klar ist das sehr pauschalisiert, aber leider ist das in großen Teilen wirklich noch so. Sätze wie: „Sie bietet Kurse mit dem Namen „Ordnung und Aufbewahrung für junge Frauen“ an oder „Beim aufräumen wird kaum wissen von der Mutter an die Tochter weitergegeben“ und „sogar unter den Absolventinnen der Hauswirtschaftsschulen gibt es Frauen, die nicht aufräumen können“ zeigen ganz deutlich wie Marie Kondo die Rolle der Frau wahrnimmt. Allein deswegen fällt es mir schwer das Buch uneingeschränkt zu empfehlen.

Zitate aus dem Buch die ich hervorheben möchte:

„Das aufräumen ist wie eine Inventur Ihrer Persönlichkeit, bei der Sie entdecken, wer Sie sind und was sie wirklich wollen.“

„Abwerfen von Ballast ist extrem wichtig für den Start in eine neue, aufgeräumte Zukunft“

„… ein radikales ausmisten und entrümpeln wirkt auf die Seele wie ein symbolischer Schlussstrich unter der Vergangenheit“

„… der Mensch kann nicht im Gestern existieren… es ist viel wichtiger, dass Sie Erfüllung und Glück im Hier und Jetzt finden“

„Wir können uns jetzt, irgendwann einmal oder nie, bis zu unserem Tod nicht, damit befassen“

„Indem wir unsere Umgebung bis ins kleinste Detail so gestalten, dass wir uns wohlfühlen, steigern wir unser tägliches Glücksgefühl“

Mein persönliches Fazit

Mir hat das Buch eigentlich ganz gut gefallen. Wenn man sich einmal an den doch recht holprigen Schreibstil (Vermutlich liegt es an der Übersetzung) gewöhnt hat, dann kann man es recht schnell durchlesen. Einige Textpassagen haben mich mehr interessiert andere fand ich sterbens langweilig. Jeder Mensch ist aber anders und kann sich mit anderen Situationen mehr oder weniger identifizieren. Zwei Dinge haben mich allerdings sehr gestört. Erstens, das klassische Bild der Hausfrau die für einen ordentlichen Haushalt zuständig ist und demnach auch die Hauptzielgruppe des Buches ist. Und Zweitens, das die KonMarie-Methode zwar einfach, aber keineswegs Nachhaltig ist. Wir konsumieren zu viel und zu unbewusst und schmeißen genauso alles einfach wieder weg. Das ist nicht zeitgemäß und sollte dringend berücksichtigt werden. Deswegen habe ich hier noch ein paar Tipps wie du die KonMarie Methode mit etwas mehr Nachhaltigkeit versehen kannst.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Idee den Dingen ein festes Zuhause zu geben. Das finde ich einen schönen, liebevollen und wertschätzenden Weg, um mit seinem Hab und Gut umzugehen.
Zusammenfassend kann man sagen, eine leichte Lektüre die niemandem wirklich schadet, aber nicht weitgenug denkt.

Hast du das Buch von Marie Kondo gelesen oder einfach nur Ihre Methode verwendet? Wie bist du damit zurecht gekommen und hält die Methode wirklich was sie verspricht?

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